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Erdpigmente, ungebrannt

Die ungebrannten Erden spiegeln die reine und unverfälschte Natur wider, da sie nur gereinigt und gemahlen werden. Ihre Referenzen haben eine lange Geschichte, erstrecken sich von der „Sixthinischen Kapelle des Altertums“ (Lascaux) bis hin zur den Bildern der modernen Malerei (Van Gogh) und sind auch in ihren Farben besonders schön.

Die ungebrannten Pigmente unterteilen sich in die 2 Hauptgruppen Ocker und Umbra

1) Ocker als ungebranntes Erdpigment

Ocker ist eines der ältesten Pigmente, die wir verwenden. Ihre Farben waren bestimmend für die gelben und roten Töne der meisten Meisterwerke der Menschheitsgeschichte über die antiken Städte bis hin zu den Malern der Renaissance. Die Bildung dieser Pigmente benötigt tausende von Jahren und basiert  auf kristallines Eisen, das als farbgebendes Element in einem gesteinsbildenden Mineralgebunden ist

  • Der Ocker ist damit zu einer vielfältigen Erscheinungsform fähig und er tritt in einer Vielzahl an Nuanzen auf

Aufbau und Struktur

a) Das Eisen
… ist an das natürliche Mineral „Limonit“ gebunden (nicht näher identifizierte Eisenoxide). Es tritt dort in verschiedenen Oxidationsstufen auf (wie bei Rost und Stahl). Der Anteil an dem Mineral Limonit und die Stellung des Eisens in seinem Gitter ist die farbgebende Komponente eines natürlichen Ockerpigmentes.
Brennt man den Ocker, wird dem Eisen das Wasser entzogen und verändet seine Farbe – je nach Eisengehalt, seiner Herkunft und dem Erwärmungsprozeß- von Rot, hinüber zu Braun und Violett.
b) Das gesteinsbildendes Mineral
… ist die zweite Komponente des Ockers. Das gesteinsbildene Mineral ist innig mit dem Limonit verwachsen und bestimmt den Charakter des Ockers und den Klang der Farbe. Durch Ton wird er „fettig“, mit Kalk wird er „mager“ und mit Quarz „sandig“, was sich in der Verarbeitung, den Farbton und der Wirkung der gestrichenen Farbe zeigt (Ton = fettig, matt.  Kalk = mager, klar.  Quarz = sandig, klar).

Farbraum

Die Farbe des Ockers wird vor allem über die Stellung des Eisens im Kristallgitter bestimmt. Das Eisen ist – ähnlich dem Kohlenstoffatom in organischen Pigmenten – zu unterschiedlichen Stellungen fähig, was zu einer erstaunlich hohen Anzahl an Farben führt.
Während  Eisen als reines Metall („Edelmetall“, Nullwertig) einen grauen Ton ergibt, ist das oxydische Eisen („Rost“, 2 und 3 Wertig) vor allem für die roten und schwarzen Töne verantwortlich. Mit kristallinem Wasser erhöht sich die Polarität des Moleküls („Göthit“), wodurch es zu den gelben Farben fähig wird. Ist ein Teil des  Eisen durch Mangan ersetzt, kommen grünliche und violette Töne hinzu.Die Ockerpigmente decken einen großen Farbraum ab. Die gelben, roten, braunen und organgenen Spektren sind ihre besonderen Farben

  • Farbton, Verarbeitung und Wirkung des Pigmentes wird über die Provenienz mitbestimmt, so das sich mit Ocker gut individualisieren und thematisieren lässt
  • Gelbe bis orangene Farben  – Ungebrannte Ocker
  • Orangene bis rote Farben  – Gebrannte Ocker
  • Braune Farben  – Manganhaltige Ocker
  • Berühmte Vorkommen zeigen einen individuellen Ton, der kaum zu kopieren ist
  • Gerne stellen wir für Aufträge ab 1kg, ganz individuell und auf den Kunden abgestimmte Farbkonzentrate daraus her.

Verwendung

  • Viele Techniken, Innen und Außen ( Öl, Acryl, Tempera,Wasserglas, Kalk, Zement, Keramik. Auch im Geigenbau, Tadelakt und Retouche)
  • Körpermalfarbe („bodypainting“)
  • Wandgestaltung

Verarbeitung

  • Ockerpigmente sind Pulver die sich mit allen Bindemitteln gut mischen lassen und je nach Herkunft eine lasierende bis hohe Farbkraft besitzen
  • Als Pulver ist zu beachten, dass das Pigment zuerst in Wasser stark gerührt werden muss, bis eine klumpenfreies, einheitlich wirkende Schlämme entsteht. Diese muss für einen Tag einsumpfen (stehen lassen!), bevor sie weiter verwendet werden kann
  • Da das Pigmentpulver agglomerieren kann und so seine Farbkraft verliert, ist die Verwendung von einem stabilisierenden Dispergieradditiv empfohlen

2) Umbren als Erdpigment

Umbra (lat. Schatten): In der Zusammensetzung weisen diese grünlich bis dunkelbraunen Eisenerze nahe Verwandtschaft zu den rotbraunen Ockererden auf. Man kann Umbra auch als Ocker mit hohem Mangananteil bezeichnen. Durch zusätzliche Einbindung von Eisensilikaten wird der grünliche Farbtöne erreicht. Umbra wird unter anderem in Zypern, Italien, England und Deutschland  gewonnen. Die  Umbren haben ein gutes Deckfähigkeit und trocknen schnell. Brennt man eine Umbra, verändert sie ihre Farbe zu einem tiefen dunkelbraun Ton. Die gebrannten Umbren gibt es sowohl von der Natur gebrannt als auch über einen menschlichen Brennprozeß gesteuert.

Aufbau und Struktur

  1. Die farbgebende Komponente besteht aus einem Eisenmineral, bei dem mehr oder weniger grosse Teile des Eisenoxids durch Manganoxid ersetzt sind. Je höher der Mangangehalt, desto dunkler die Färbung
  2. Die gesteinsbildende Komponente ist bei den Umbren immer ein Ton, der der Farbe einen schlämmigen Charakter verleiht (schnelle Trocknung, gutes Füllvermögen, „schlämmiges“ Streicherlebnis)

Farbraum

  • Ungebrannte Umbratöne zeichnen sich dadurch aus, dass sie in allen Farben einen geringeren Rotstich aufweisen, was zu besonders schönen Grüntönen führt und weshalb wir sie so gerne verwenden
  • Brennt man eine Umbra, verändet sie ihre Ton zu einer tiefen Dunkelbraunen Farbe, wie man ihn sonst nur durch Mischen mit Schwarz erzielen kann. Dieses Braun kann sich daher weder entmischen noch schmutzig oder rußig wirken, was für die Bildmalerei von besonderem Interesse ist und dadurch bis heute ein unverzichtbarer Bestandteil den meisten Farbsortimenten geblieben ist
  • Die gebrannte Umbren sind etwas stärker in ihrer transparenten Wirkung, als es den Ockern entspricht (höhere Tiefenwirkung bei geringerem Deckvermögen)

Eignung

  • Umbren sind völlig lichtecht und sind in den meisten Techniken zu verwenden
  • ungebrannte Umbren:
    – Vor einer Verwendung als Ölfarbe wird bisweilen allerdings gewarnt, da diese nachdunkeln soll (Umbra kann in Ölen  löslich sein soll und so durch einzelne Farbschichten hindurch diffundieren).
    – Auf der Wand sind Ausblühungen beobachtet worden
    – Nichtsdestoweniger ist Umbra für wässrige Techniken bestens geeignet und tun sich in unseren Innenwandfarben im Grün besonders schön
  • gebrannte Umbren:
    – Sind robuster und auch in Ölfarben zu stabil

Verwendung

  • Gebrannte Umbra lässt sich für Brauntönungen verwenden
  • Gebrannte Umbra läßt sich mit Grün zu warmen tiefen Olivtönen vermischen
  • Gebrannte Umbra läßt sich mit Ultramarin zu lasierenden Dunkelgrau- bis Schwarzen Farbtönen mischen, deren lebendige transparente Grautöne an Schönheit den konventionellen Mischungen überlegen sind
  • Ungebrannte Umbren sind bestehen in der Farbe Grün aus einer Unzahl an Farbtönen, die ihr Einmischen in eine Farbe zu einem besonderen Erlebnis machen
  • Ungebrannte Umbren werden wegen ihres natürlichen Grüns bis heute in der Bildmalerei zur Untermahlung von Hauttönen genommen. Durch sie wirkt die Haut besonders Lebendig
  • Gerne stellen wir für Aufträge ab 1kg, ganz individuell und auf den Kunden abgestimmt, Farbkonzentrate daraus her